Der Burgenweg Reutlingen-Zwiefalten


Die Extra-Wanderer des Albvereins Betzingen haben sich dieses Jahr den obengenannten Burgenweg als Wanderziel vorgenommen. Die Auftaktwanderung am 11. April wollten sich 16 Unermüdliche nicht entgehen lassen. Mit dem ÖPNV fuhr die Gruppe bis zum Fernmeldeamt und von dort wurde über den Treppenaufstieg in der Richard-Wagner-Straße der Achalmgipfel in Angriff genommen. Dort oben auf 707 m angekommen erfuhren die Wanderer die wechselvolle Geschichte über den Verkauf der Achalm. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich König Wilhelm I. während der Revolution 1848 über die Reutlinger geärgert hat und deshalb ließ er ausserhalb der Stadt eine neue Zufahrt zur Domäne, das Königssträssle, anlegen. Weiter wurde die Geschichte der Burg dargelegt. Nur soviel, König Wilhelm I. ließ auf den Grundmauern des einstigen Bergfrieds den heutigen Aussichtsturm – der zwischenzeitlich erhöht wurde – erbauen.

Der Abstieg nach Eningen führte über den „Rappenplatz“ einem bronzezeitlichen Siedlungsplatz. Über die steile Geißbergstraße ging es weiter Richtung Freibad und dann durch die Teufelsschlucht hinauf auf die Eninger Weide. Dort im ehemaligen Staatlichen Flüchtlingslager erwartete eine frühere Bewohnerin die Wandergruppe und erläuterte die Entstehung und den Werdegang desselben. 1934 als SA-Geländesportschule Achalm eröffnet, nach dem Röhm-Putsch geschlossen. Ab 1939 Polizeiausbildungslager und ab 1945 Sammellager für polnische Arbeitskräfte und Gefangene. Von 1951 – 1963 Staatl. Flüchtlingslager. Die Wanderer erfuhren wie sich hier das Leben auf engstem Raum unter sehr einfachen und oft harten Bedingungen abspielte.

Nun strebte man dem Endziel Gestüt St. Johann entgegen, um mit dem Bus nach Betzingen zu gelangen. Beim üblichen Einkehrschwung wurde dem Wanderführer Peter Schramm für den wunderschönen Tag herzlichst gedankt.(KD)