Naturschutz

Wir setzen uns ein für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, nicht nur in ausgewiesenen Naturschutzgebieten und Biotopen, sondern auch in der Stadt. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Insektenarten, aber auch die Individuenzahl früher häufiger Arten, stark zurückgegangen. Verantwortlich hierfür ist zum einen das immer frühere und häufigere Mähen oder auch Beweiden von Wiesen und Randstreifen, wodurch Blühpflanzen nicht mehr Samen bilden können. Aber auch das Ausweiten von Ackerflächen und Düngen vorher magerer Wiesen mit Stickstoffdünger mindert die Artenvielfalt der Pflanzen. Das Nektar- und Futterangebot für Insekten hat besonders im Spätsommer beständig abgenommen. Hinzu kommt der massive Einsatz von hochwirksamen Insektiziden, mit denen bereits das Saatgut gebeizt wird. Das Fehlen der Insekten bedroht ganze Ökosysteme, da sie die Nahrungsgrundlage für viele Vögel, Reptilien und Säugetiere bilden.

Die richtige Pflege von Schutzgebieten bietet einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten ein geeignetes Habitat. Auch die naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens und öffentlicher Grünflächen ist mit zum Teil einfachen Maßnahmen möglich. Das Aussäen heimischer Blühpflanzen, eine selten gemähte Ecke, das Reduzieren des Düngemittel- und Pestizideinsatzes sowie das Anbringen von Nisthilfen fördern die Artenvielfalt von Insekten,Vögeln und Fledermäusen.

Feuchtbiotop im Guckental

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Im Jahr 1990 stellte die Stadt Reutlingen auf Antrag des damaligen Naturschutzwarts Rudi Digel der Ortsgruppe Betzingen ein ca. 30 Ar großes Feuchtwiesengrundstück im Guckental zur Verfügung. Über Jahre konnte durch kontinuierliche Renaturierungsarbeit ein abwechslungsreiches Feuchtbiotop mit Tümpeln, Wasserlöchern und Feuchtwiesenbereichen umgeben von Büschen und Bäumen geschaffen werden. Wurzelstöcke, Holzstapel sowie Laub- und Reisighaufen dienen Amphibien und Reptilien als Versteck und zur Überwinterung. Besonnte Steinplatten bieten Gelegenheit zum Sonnenbaeuropaeischer-laubfrosch-hyla-arborea-2014-iid.

Im Jahr 2011 übernahmen die beiden aktuellen Naturschutzwarte Karen A. Böhme und Karl Reuter die Pflege des Feuchtbiotops. Zu den jährlichen Pflegemaßnahmen zählen das Mähen der Feuchtwiesenbereiche, das Zurückschneiden des Gehölzaufwuchses im Umfeld der Gewässer und Steinstapel sowie das Zurückdrängen des Pflanzenbewuchses der Tümpel um eine Verlandung zu verhindern.

Das Biotop kann auf den Wegen jederzeit betreten werden, Führungen sind nach Absprache möglich.